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Sichtbarkeit der Planeten im September

Merkur

Merkur erreicht am 23.9. seine untere Konjunktionsstellung (eine Linie: Erde – Merkur – Sonne). Er bleibt den gesamten Monat unsichtbar und wird erst Anfang Oktober am Morgenhimmel erscheinen.

 

Venus

Venus verabschiedet sich langsam vom Morgenhimmel, an dem sie seit Mitte Januar zu beobachten ist. Am 1.9. geht die -3,9 mag helle Venus um 05:15 Uhr auf und erreicht zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung (Sonne 6° unter dem Horizont) um 06:01 Uhr gerade noch eine Höhe von 6,5° über dem Osthorizont. Bis zur Monatsmitte kann man sie mit einem Fernglas beobachten. Zum Monatsende geht die Venus knapp 40 Minuten vor der Sonne auf und verblasst im Dämmerlicht und Horizontdunst, ehe sie auf ausreichende Höhen klettern kann. Am 25.9. ist die extrem dünne Sichel des abnehmenden Mondes etwa 2° nördlich der Venus. Bei sehr klarem Himmel lässt sich das Paar in drei bzw. zwei Grad Höhe gegen 06:40 Uhr vielleicht noch in der Dämmerung aufspüren.

 

Mars

Mars wandert in der ersten Monatshälfte durch das Goldene Tor der Ekliptik, also den Himmelbereich zwischen den offenen Sternhaufen Plejaden und Hyaden. Am 16. und 17.9. gesellt sich der abnehmende Mond dazu. Der Rote Planet steigert seine scheinbare Helligkeit von -0,2 mag am Monatsersten auf -0,6 mag am 30. September. Er näher sich der Erde und seiner Oppositionsstellung, die er im Dezember erreichen wird. Sein scheinbarer Durchmesser wächst im Monatsverlauf langsam von 9,8 auf 11,9 Bogensekunden, dazu zeigt sich der Planet zu rund 87% beleuchtet. Damit erreicht Mars zum Monatsende eine Winkelgröße, mit der auch mit kleineren Teleskopen die Polkappe oder dunkle Oberflächenstrukturen sichtbar werden.

 

Jupiter

Jupiter steht am 26.9. im Sternbild Fische in Opposition (eine Linie: Jupiter – Erde – Sonne) und ist mit seiner scheinbaren Helligkeit von -2,9 mag zweifellos das Highlight des Planetenhimmels. Jupiter ist die gesamte Nacht zu sehen, und steht mit 591,3 Millionen Kilometern so nahe wie sonst nie im ganzen Jahr. Im Teleskop zeigt sich das an der derzeit besonders großen Jupiterscheibe: fast 50 Bogensekunden misst sie am Äquator, am Pol etwas weniger. Außerdem kulminiert der Riesenplanet in diesem Jahr mit 40° wieder in ordentlichen Höhen. Beste Aussichten, um Wolkenbänder, Wolkenstrudel und natürlich den berühmten Großen Roten Fleck zu sehen, dessen Ausdehnung und Farbe jedes Jahr leicht wechseln. Interessant sind auch die vier hellen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto, deren Durchgänge, Schattenwürfe, Bedeckungen und Verfinsterungen auch mit kleineren Fernrohren zu sehen sind. Der Mond stattet am 11.9. seinen monatlichen Besuch ab.

 

Saturn

Saturn stand am 14.8. im in Opposition (eine Linie: Saturn – Erde – Sonne). Er bewegt sich im September rückläufig, also westwärts, durch das Sternbild Steinbock. Er ist zunehmend am besten vor Mitternacht zu sehen: Am 1.9. kulminiert er um 00:09 Uhr in 24° Höhe; am Monatsletzten erreicht er schon zwei Stunden früher, gegen 22:10 Uhr seinen höchsten Stand. Im Teleskop erscheint der -0,5 mag helle Planet 18 Bogensekunden, mit seinem zu 13° geöffneten Ring knapp 43 Bogensekunden groß. Bei ruhiger Luft ist schon in kleineren Teleskopen die dunkle Cassinische Teilung zu erkennen, die den äußeren A-Ring von dem helleren, inneren B-Ring trennt. Ebenfalls lassen sich in der Umgebung des Planeten und seiner Ringe mehrere Monde erkennen. Titan ist mit 8,4 mag der größte und hellste. Näher an den Ringen stehen Rhea (9,8 mag), Tethys (10,3 mag) und Dione (10,5 mag). In weiterem Anstand kreist Iapetus (11,2 mag). Hyperion ist mit 14,3 mag nur mit größeren Teleskopen zu sehen.

 

Uranus

Uranus, mit 5,7 mag Helligkeit unter dunklem Himmel gerade mit bloßem Auge zu erkennen, bewegt sich rückläufig durch das Sternbild Widder. Seine Aufgänge verfrühen sich im Monatsverlauf von 22:12 Uhr auf 20:18 Uhr. Am Monatsletzten kulminiert der Planet um 03:49 Uhr in 57° Höhe. Der nächsthellere Stern ist der etwa 3° nordöstliche Sterns Delta Arietis (4,4 mag). In der Nacht vom 14. auf den 15.9. wirr Uranus von 23:22 Uhr bis 00:20 Uhr vom zunehmenden Mond bedeckt. Das Ereignis lässt sich über dem Osthorizont verfolgen. Besonders der Austritt am unbeleuchteten Mondrand ist gut zu sehen, dabei reicht auch ein Fernglas aus. Da der Planet immerhin 3,7 Bogensekunden groß erscheint, dauert es rund acht Sekunden, bis Uranus vom Mond bedeckt wird bzw. wieder erscheint.

 

Neptun

Neptun steht in der Nacht zum 17.9. in Opposition (eine Linie: Saturn – Erde – Sonne). Der ferne Planet, mit 7,7 mag zu schwach für das bloße Auge, steht an diesem Tag 4,3 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Der Gasriese erscheint im Teleskop bei hoher Vergrößerung mit seinen knapp 50 000 Kilometern Durchmesser als 2,4 Bogensekunden großes, blassblaues Scheibchen. Man findet ihn im Grenzgebiet Fische/Wassermann, etwa 6,5° nordöstlich des 4,2 mag hellen Sterns Phi Aquarii. Sein hellster Mond, Triton, ist 13,4 mag hell und mit mittlere Amateurteleskopen relativ leicht als schwaches Sternchen wenige Bogensekunden neben dem Planeten zu sehen. Er wurde nur 17 Tage nach Neptun entdeckt.

Quelle: SuW 09/2022