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Sichtbarkeit der Planeten im Juli

Merkur

Merkur setzt seine Ende Junibegonnene grenzwertige Abendsichtbarkeit bis Mitte Juli fort. Am besten ist er in der ersten Juliwoche zu sehen – allerdings erhebt er sich bei Ende der bürgerlichen Dämmerung (Sonne 6° unter dem Horizont, um 22:15 Uhr) nur 3,5° über den Nordnordwesthorizont. Mit -0,2 mag scheinbarer Helligkeit ist er außer bei sehr klarem Himmel und mit einem Fernglas kaum zu sehen. Am Abend des 7.6. befindet sich die 1,8 Tage alte Mondsichel ungefähr 2° nördlich von Merkur.

 

Venus

Venus hat am 4.6. ihre obere Konjunktion (eine Linie: Erde – Sonne – Venus) passiert. Sie steht am Abendhimmel der Sonne nochmals näher als Merkur. Bis Ende Juni kann sie sich wegen ihrer flach zum Horizont stehenden Bahn nicht aus der Dämmerung befreien und bleibt praktisch unsichtbar.

 

Mars

Mars wandert am Morgenhimmel vom Sternbild Widder in den Stier. Am 1.7. geht er um 02:14 Uhr auf, am 31. bereits eine Stunde früher. Er ist zur Morgendämmerung immer besser zu sehen, auch weil seine scheinbare Helligkeit im Monatsverlauf von 1,1 auf 0,8 mag leicht zunimmt. Am Monatsende finden wir ihn zu Dämmerungsbeginn gegen 05:00 Uhr bereits in 35° Höhe über dem Osthorizont. Am Morgen des 15.7. kommt Mars dem 5,8 mag hellen Uranus bis auf knapp 40 Bogenminuten nahe, was etwas mehr al ein Vollmonddurchmesser ist. Bis zum Ende des Monats nähert er sich ebenfalls dem hellen Jupiter immer mehr an. Der Mond passiert Mars vom 30. auf den 31.7. nördlich.

 

Jupiter

Jupiter ist im Juli mit -2,1 mag heller Morgenplanet. Er steht im Sternbild Stier, zirka 4,5° nördlich des 0,8 mag hellen Riesensterns Aldebaran. Seine Aufgangszeiten verfrühen sich von 03:15 Uhr am Monatsersten auf 01:37 Uhr am 31. Juli. Ab der zweiten Monatshälfte erreicht er zu Ende der Nacht wieder eine Höhe von mehr als 15°, so dass man einen kurzen Blick auf seine am Äquator 35 Bogensekunden große Planetenscheibe werfen kann. Eine Gelegenheit zum Auftakt der Jupitersaison bietet der Morgen des 24.7.: Ab etwa 05:00 Uhr kann man während der einsetzenden Dämmerung die Schatten von Io und Europa gemeinsam vor der Jupiterscheibe sehen. Die abnehmende Mondsichel besucht Jupiter am 31. Juli.

 

Saturn

Saturn wandert rückläufig durch das Sternbild Wassermann und dominiert die zweite Nachthälfte. Der 0,8 mag helle Planet bietet im Teleskop mit seinem nur 2° geöffneten Ringsystem ein ungewöhnliches Bild: Seine Monde sind entlang der Äquatorlinie aufgereiht und ähneln damit dem Mondsystem Jupiters. Daher kommt es in diesem Jahr auch bei Saturns Monden zu Durchgängen, Schattenwürfen, Verfinsterungen und Bedeckungen. Visuell beobachtbar sind vor allem die Erscheinungen des größten Saturnmonds Titan. Ab Ende Oktober wird man eine Serie von Verfinsterungen und Schattenwürfen dieses Mondes von Europa aus beobachten können. Zwi Ereignisse sind im Juli für visuelle Beobachter interessant: Am 9.7. um 01:22 Uhr sowie am 20.7. um 00:08 Uhr tritt der Mond Dione in den Saturnschatten: Er verschwindet innerhalb von drei Minuten, wobei er sich knapp westlich der Saturnscheibe befindet. Diese selbst misst ungefähr 18 Bogensekunden. Saturn geht am 1.7. um 00:32 Uhr auf. Am 31. erscheint er bereits um 22:33 Uhr und kulminiert (höchster Stand im Süden) gegen 00:40 Uhr, kurz vor Beginn der Dämmerung in 33° Höhe. Der abnehmende Mond begegnet Saturn am 25. Juli.

 

Uranus

Uranus finden wir im Sternbild Stier, zirka 5,5° südwestlich des Sternhaufens der Plejaden. Der 5,8 mag helle Planet steht damit am Morgenhimmel, wo er am 15.7. dem hellen Mars begegnet. Unter dunklem Himmel ist Uranus gerade eben mit bloßem Auge als kleines Pünktchen zu sehen, und zwar nach einem Drittel der Verbindungslinie von den Plejaden zu Zeta und Omikron Tauri (3,7 bzw. 3,6 mag hell). Im Teleskop erschein Uranus bei hoher Vergrößerung (ab etwa 200-fach) und ruhiger Luft als 3,5 Bogensekunden großes Scheibchen mit deutlich grüner Farbe. Zum Monatsende erreicht der Planet vor Dämmerungsbeginn bereits eine Höhe von über 30°.

 

Neptun

Neptun kehrt am 2.7. im Sternbild Fische seine Bewegungsrichtung auf rückläufig, also westwärts, um. Er ist Planet der zweiten Nachthälfte: Der nur 7,8 mag helle Planet geht am Monatsanfang um 00:46 Uhr, am 31.7. um 22:44 Uhr auf. Man findet ihn beziehungsweise sein 2,3 Bogensekunden großes Planetenscheibchen mit dem Teleskop etwa auf der Hälfte der Verbindungslinie zwischen Lambda Piscium (4,6 mag) und Iota Ceti (3,6 mag) im Sternbild Walfisch.

Quelle: SuW 7/2024