Teleskope Beobachtungs-termine Sichtbarkeit von Planeten Aktuelle
Ereignisse am Himmel
Bilder Wetter,
Links
Kontakt,
Impressum

Der Sternenhimmel im November

Die typischen Sternbilder des Herbststernhimmels sind das riesige Sternbild Pegasus, wobei die linke obere Ecke bereits zur Andromeda gehört; man nennt das Pegasus-Quadrat auch Herbstviereck. Unterhalb von Pegasus und Andromeda sind nur Sternbilder mit schwachen Sternen zu sehen: Im Südwesten der Wassermann, im Süden der Walfisch und darüber die Fische.

Im Osten ziehen dagegen bereits die Sternbilder des Winterhimmels mit deutlich helleren Sternen auf: Senkrecht über uns die Kassiopeia (das „Himmels-W“), zum Südosthorizont hin gefolgt vom Perseus (mit dem veränderlichen Stern Algol) und dem Stier mit dem prägnanten Sternhaufen der Plejaden und dem rötlichen Stern Aldebaran. Gerade aufgegangen ist der Himmelsjäger Orion mit seinen sieben sehr hellen Sternen. Für Planetenbeobachter bieten sich im Oktober die fernen Gasplaneten Neptun im Wassermann und Uranus im Widder an.

Quelle: Vereinigung der Sternfreunde e.V.
 

Ereignisse im November

Tag, Datum

MEZ

         Ereignis

Sa, 2.11.

18:00

Mond 5° östlich von Saturn

Mo, 4.11.

11:24 zunehmender Halbmond (erstes Viertel)

Mo, 11.11.

ab 13:35

Merkurtransit: Durchgang des Planeten vor der Sonne (siehe unten)

So, 12.11.

14:35

Vollmond

Mi, 13.11.

 

Maximum des Meteorstroms Tauriden (relativ langsame Meteore)

So, 17.11.  

Maximum des Meteorstroms Leoniden (mir 72 km/h sehr schnelle Meteore, die häufig ein Nachleuchten hinterlassen; in den frühen Morgenstunden; etwa fünf Meteore pro Stunde)

Di, 19.11.

22:12

abnehmender Halbmond (letztes Viertel)

Do, 19.11.

 

Maximum des Meteorstroms Alpha-Monocerotiden (mir 65 km/h sehr schnelle Meteore; in den frühen Morgenstunden)

Fr, 22.11.

06:40

Morgensichtbarkeit des Merkur beginnt

So, 24.11.

6h

Abnehmende Mondsichel nur 5° nordwestlich von Mars

 

17:30

Jupiter nur 1,3° nördlich von Venus

Mo, 25.11.

06:45

letzte Morgensichtbarkeit der abnehmenden Mondsichel, nur rund 2° östlich von Merkur

Di, 26.11.

16:06

Neumond

Do, 28.11.

10:30

Mond bedeckt Jupiter

 

12h

Merkur in größter westlicher Elongation (mit 20° größter Winkelabstand von der Sonne)

 

17:30

erste Abendsichtbarkeit der zunehmenden Mondsichel zwischen Jupiter und Venus

Fr, 29.11.

18h

zunehmende Mondsichel nur 3° südwestlich von Saturn

Quelle: SuW 11/2019

 

Merkurtransit am 11.11.2019

Da die Planeten Merkur und Venus näher an der Sonne sind als die Erde, kommt es immer wieder vor, dass sie von der Erde aus gesehen vor der Sonnenscheibe vorbeiziehen, es entsteht also eine Minisonnenfinsternis.

Merkurtransits sind häufiger als Venustransits. Eine Merkregel ist, dass in etwa so viele Merkurtransits pro Jahrhundert auftreten wie Venustransits in einem Jahrtausend - sie sind also rund zehnmal häufiger. Merkurtransits lassen sich im Schnitt 13- bis 14-mal pro Jahrhundert beobachten.

Astronomen bezeichnen die Konstellation Erde – Merkur – Sonne als untere Konjunktion. Allerdings befindet sich Merkur in seinen unteren Konjunktionen meist etwas ober- oder unterhalb der Sonne, es kommt also nicht zu einem Transit. Außerdem finden Merkurtransits auch immer wieder in den Nachtstunden statt und bleiben von Deutschland aus unbeobachtbar.

rechts: Daten des Merkurtransits (Quelle: Vereinigung der Sternfreunde e.V.)

 

Nach dem letzten von Deutschland aus sichtbaren Merkurtransit am 9. Mai 2016 ist es nun am Montag, den 11. November 2019 wieder soweit. Von 13.35 Uhr bis 19:04 Uhr wird Merkur als kleines Pünktchen vor der Sonne vorbeiziehen. Allerdings geht die Sonne bereits kurz nach Mitte des Transits um 16:32 Uhr unter. Da der Planet Merkur mit seinem Durchmesser von 4879 Kilometern nicht sehr viel größer ist als unser Erdmond, aber zum Zeitpunkt seines Vorübergangs vor der Sonne mehr als 100 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist, ist das Ereignis nicht mit bloßem Auge zu sehen. Das Merkurscheibchen verdeckt nur etwa 0,004% der Sonnenscheibe, der scheinbare Merkurdurchmesser beträgt 0,6% des scheinbaren Sonnendurchmessers. Man benötigt schon ein optisches Instrument mit mindestens zehnfacher, besser fünfzehnfacher Vergrößerung.

Bei der Beobachtung der Sonne muss unbedingt ein spezieller Sonnenfilter verwendet werden, eine Beobachtung ohne Schutz kann zu schweren Augenschäden oder sogar Erblinden führen! Eine Sonnenfinsternisbrille hinter einem Fernglas ist kein wirkungsvoller Schutz, da das Sonnenlicht durch das Fernglas viel zu stark gebündelt wird.

Der nächste von Deutschland aus beobachtbare Merkurtransit wird am 13.11.2032 stattfinden, der nächste Venustransit sogar erst am 8.12.2125.

Die Sternwarte wird bei klarer Sicht auf die Sonne ab 13 Uhr bis Sonnenuntergang für Besucher geöffnet sein. Dabei kann die Sonne auch mit unserem speziellen H-alpha-Sonnenteleskop betrachtet werden. Die Sonne erscheint im H-alpha-Licht in sattem Rot und zeigt neben den, zur Zeit wegen des Sonnenfleckenminimus sehr wenigen Sonnenflecken besonders deutlich die Strukturen der Chromosphäre – die Sonnenfackeln, die Filamente, Strahlungsausbrüche (Flares) – und am Sonnenrand die größeren Protuberanzen.

 

Auf dem Bild ist der Merkurtransit vom 9. Mai 2016 zu sehen (aufgenommen auf der Schulsternwarte). Merkur ist das kleine schwarze Pünktchen links, rechts daneben sind mehrere Sonnenflecke zu sehen.