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Sichtbarkeit der Planeten
im Juni
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Merkur
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Merkur bietet in der ersten Monatshälfte eine recht
ansehnliche Abendsichtbarkeit, trotz seiner flach zum
Horizont verlaufenden Bahn. Am einfachsten lässt sich
Merkur um den 10.6. aufspüren, wenn er am Ende er
bürgerlichen Dämmerung (Sonne 6° unter dem Horizont)
gegen 22:13 Uhr eine Höhe von rund 8° erreicht. Danach
wird die Suche mit jedem Tag schwieriger, obwohl sich
der Planet zunächst noch wacker über dem Horizont hält;
immerhin erreicht Merkur am 15.6. den maximalen
Winkelabstand von 24,5° östlich der Sonne, die größte
östlicher Elongation – üblicherweise ein günstiger
Beobachtungszeitpunkt. Der Grund: Merkur bewegt sich auf
seiner Bahn in Richtung Erde, nähert sich also seiner
unteren Konjunktion, der Position zwischen Erde und
Sonne. Damit wendet er und zunehmend seine unbeleuchtete
Hälfte zu. Seine scheinbare Helligkeit nimmt in der
Folge von Tag zu Tag spürbar ab: von anfänglich -0,5 mag
am Monatsersten auf 0,2 mag am 10. Juni. Am 20.6., dem
Ende seines Sichtbarkeitsfensters, scheint er nur noch
mit ungefähr 0,9 mag. Etwa in der Monatsmitte hat Merkur
Mühe, sich in der hellen Abenddämmerung bemerkbar zu
machen. Hilfe bekommt man als Beobachter am Abend des
16. Juni: Der gerade einmal zwei Tage alte Mond steht
lediglich 1,5° oder zwei Vollmonddurchmesser nördlich
des Planeten.
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Venus |
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Venus ist nun der strahlende Abendplanet und löst
Jupiter endgültig ab. Die Staffelübergabe erfolgt am 9.
Juni: An diesem Abend begegnen sich die beiden Planeten
an der nordwestlichen Himmelssphäre und kommen einander
bis auf 1,5° nahe. Fortan ist Venus nicht nur deutlich
heller, sondern steht auch höher als der Riesenplanet.
Ihre scheinbare Helligkeit steigt bis zum Monatsende auf
-4,1 mag. Trotz des noch bis Mitte August wachsenden
Winkelabstands zur Sonne sinkt ihre Höhe zum Horizont
bei gleichem Sonnenstand im Verlauf des Monats. Zum Ende
der bürgerlichen Dämmerung steht Venus am 1.6. um 22:03
Uhr noch in einer Höhe von 16,5° über dem Westhorizont;
am Monatsletzten, dann um 22:17 Uhr, sind es lediglich
12,5°. Das liegt an ihrer Bahn, die sich am abendlichen
Sternenhimmel nur sehr flach über dem westlichen
Horizont erhebt. Obwohl sich Venus am Himmel also von
der Sonne entfernt und zunehmend heller wird, ist ihre
beste Sichtbarkeitsphase bereits vorüber – zumindest,
wenn man ihre Horizonthöhe zugrunde legt. Zusammen mit
Merkur, Jupiter und dem zunehmenden Mond bietet sie aber
weiterhin einen lohnenden Anblick am abendlichen Himmel.
Das gilt vor allem für den 17. Juni: Dann kommt ihr die
Sichel des 3,2 Tage alten Mondes bis auf 24 Bogenminuten
nahe – das ist weniger als der scheinbare Durchmesser
des Monds selbst. Mitte Juni misst das Venusscheibchen
zudem mehr als 15 Bogensekunden im Durchmesser; sein
Beleuchtungsgrad sinkt bis zum Monatsende auf unter 70%.
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Mars |
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Mars zeigt sich zaghaft in der Morgendämmerung. Am
Monatsletzten erreicht er zu Beginn der bürgerlichen
Dämmerung gegen 04:30 Uhr noch eine Höhe von mehr als
13° über dem nordöstlichen Horizont. Seine scheinbare
Helligkeit beträgt allerdings nur 1,4 mag, sodass es
dennoch herausfordernd ist, den Planeten in der
Morgendämmerung aufzuspüren. Ein Fernglas kann das
Auffinden erleichtern: Vom ebenfalls in der
Morgendämmerung auftauchenden Sternhaufen der Plejaden
(Messier 45) schwenkt man etwa 4° genau nach Süden; dort
stößt man auf den Roten Planeten. Der Mond begegnet Mars
am 13.6., hält mit über 6° jedoch gebührenden Abstand.
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Jupiter |
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Jupiter sagt zum Monatsende recht abrupt „Goodbye“. Nach
der abendlichen Begegnung mit Venus am 9.6. versinkt der
-1,9 mag helle Riesenplanet in der zweiten Monatshälfte
zunehmend in der Abenddämmerung: Seine Untergänge
verfrühen sich von 00:20 Uhr am Monatsersten auf 22:44
Uhr am 30.5., also etwa eine Stunde nach
Sonnenuntergang. Eine sinnvolle Teleskopbeobachtung ist
nur noch zu Beginn des Monats möglich. Ende Juli steht
Jupiter in Konjunktion mit der Sonne und befindet sich
damit von der Erde aus gesehen hinter dieser.
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Saturn |
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Saturn entwickelt sich im Sternbild Fische zum Objekt
des Morgenhimmels. Der rund 0,8 mag helle Ringplanet
geht am 1.6. bereits um 03:15 Uhr auf und klettert bis
04:33 Uhr, wenn die bürgerliche Dämmerung eintritt, auf
eine Höhe von gut 12° über dem Osthorizont. Bis zum
Monatsende verfrühen sich die Aufgänge auf 01:24 Uhr,
die Horizonthöhen steigen bei Dämmerungsbeginn auf 28° -
das Beobachtungsfenster für die nächste Saturnsaison
öffnet sich wieder. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich
Saturns Anblick deutlich verändert: Die Phase, in der
wir lediglich von der Seite auf die Ringebene blicken
konnten, liegt nun weit zurück. Inzwischen bietet sich
wieder eine deutlich bessere Sicht auf das
beeindruckende Ringsystem des Gasriesen. Der
Öffnungswinkel der Ringe beträgt zum Monatsende 9°,
wobei unser Blick jetzt auf die Südhalbkugel des
Planeten fällt. Die abgeplattete Saturnscheibe erreicht
am Äquator einen Durchmesser von mehr als 17
Bogensekunden. Der abnehmende Mond passiert Saturn vom
10. auf den 11.6. nördlich.
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Uranus |
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Uranus stand am 22.5. mit der Sonne in Konjunktion (eine
Linie: Erde – Sonne – Uranus). Zwar geht er jetzt wieder
vor unserem Tagesgestirn auf, bleibt in der
Morgendämmerung jedoch noch unbeobachtbar.
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Neptun |
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Neptun steht wie Saturn im Sternbild Fische und
positioniert sich Mitte des Monats um 9° östlich von dem
Ringplaneten. Besonders in der zweiten Junihälfte
erreicht er wieder ausreichende Horizonthöhen unter
dunklem Himmel für eine Beobachtung mit dem Teleskop –
mit einer scheinbaren Helligkeit von 7,9 mag ist er nur
mit optischer Unterstützung zu sehen.
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Quelle: SuW
5/2026
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